28.07.2020-19:40
Freispringen mit Amystia
Nach einigen Diskussionen was das von der Koppel holen angeht kam er nach eineinhalb Stunden endlich mit. Da dadurch natürlich für das Reittraining alles zu spät war, baute ich schnell eine leichte Kreuzkombination aus zwei Hindernissen mit einmal 30cm und einmal 40cm Höhe in der Halle auf. Die ersten Springversuche waren noch etwas unkontrolliert, da Calido Abstände noch schlecht einschätzen konnte, doch nach ein paar gefallenen Stangen sah das ganze schon sehr viel besser aus. Eine halbe Stunde Freispringen scheint ihm auch sehr gut getan zu haben, es hat ihm viel Spaß gemacht und beim anschließenden Wälzen in der Halle legte der Hengst noch eine schöne Galoppeinheit hin.
29.07.2020-13:45
Tresen und Satteln bei Amystia
Da wir langsam anfangen wollen, Calido ordentlich zu reiten, habe ich heute wieder das Tresen und Satteln mit ihm wiederholt, was auch schon erstaunlich gut klappt. Er bleibt ruhig stehen und tippelt nicht umher, was schonmal eine gute Vorraussetzung für das Aufsteigen ist. Anschließend habe ich ihn mit Sattel und Trense etwas spazieren geführt bis zum nahegelegenen Fluss, was ca 30 Minuten Fußmarsch sind. Dort angekommen sind wir kurz in das heute erstaunlich seichte Wasser bis auf Kniehöhe hineingegangen und haben nach einer kurzen Trockelpause wieder den Rückweg angetreten. Natürlich mussten wir an einer Herde Stuten eines benachbarten Hofes vorbeikommen, und Calido hat sich von seiner schönsten Hengst Seite mit Hengstgehabe gezeigt, sodass ich froh war, dass er eine Trense und kein Halfter aufhatte.
30.07.2020-17:30
Vorübungen für das Einreiten mit Ally
Da Calido jetzt schon über vier Jahre alt ist, müssen wir auch bald mit dem Reiten anfangen. Langsam ist auch sein Körper durch viel Training in der Lage, einen Reiter zu tragen, deshalb ging es heute nach einer Verfolgungsjagd über die Koppel an Übungen für den Schenkelgehorsam. Gestartet haben wir mit Rückwärtsrichten, was einwandfrei verlief, danach ging es weiter mit einer Partie „Weichen der Pferdeschulter". Nachdem auch das gut funktioniert hat, haben wir uns den Seitengängen vom Boden zur Gymnastizierung gewidmet, wobei es Calido noch relativ schwerfiel, Gewicht auf die Hinterhand aufzunehmen, aber ich bin zuversichtlich dass das noch wird. Bei dem ganzen Training ist mir Immer wieder aufgefallen, was für ein toller, gechillter Hengst Calido ist.
31.07.2020-15:30
Springen über Hindernis auf dem Zirkel mit Amystia
Um Calidos Biegen zu fördern und gleichzeitig noch was für die Hinderhand zu tun, habe ich ihn heute auf unserem Longierplatz auf dem Zirkel longiert, mit einer kleinen zusätzlichen Schwierigkeit:
Bei X lag eine hochgelegte Stange-zwar kein richtiges Hindernis, aber trotzdem eine riesige Herausforderung für den kleinen Hengst, der vor lauter Verdutztheit zweimal fast eine Bruchlandung über die Stange hingelegt hat. Im Schritt hat er das Ganze noch mitgemacht, im Trab fand er es schon echt blöd und im Galopp hat er vor lauter Frust einen schönen Buckler eingebaut-ganz untypisch für Calido, der normalerweise ein echter Engel ist. Um es ihm leichter zu machen, habe ich dann die Longe abgemacht, und siehe da-es wurde viel besser. Er hatte mehr Spaß bei der Sache und war auch endlich wieder etwas konzentriert. Um ihn zu Belohnen, habe ich dann auch aufgehört und den Hengst zurück auf seinen Lieblingsplatz, die Koppel gestellt-wo er sich sofort von seiner besten Seite gezeigt hat.
01.08.2020-22:05
Schmuseeinheit und Liebe auf den ersten Blick mit Amystia
Da ich nach dem Turnier und ausladen der Pferde echt völlig fertig war,habe ich Calido heut nur kurz auf der Koppel geputzt-reinholen ist nach wie vor eine Sache.
Da die Hengstkoppel direkt bei der Stutenkoppel liegt, konnte ich beobachten wie Calido immer wieder unruhig wurde und sich nicht konzentrieren konnte,was wieder total untypisch für ihn war.Nachdem er während ich ihn geputzt habe zweimal weggelaufen ist um zur Stutenkoppel zu kommen,habe ich mir ernsthaft Sorgen gemacht.habe ich etwas falsch gemacht und ihn erschreckt? Bis mir aufging,dass Amira und Faible nicht auf der Koppel waren...Er war natürlich gewohnt,dass die ganze Herde zusammen war und er auf alle aufpasst.Ich als geborene Romantikerin kann das ganze aber leider nicht so ganz sachlich sehen-da muss doch etwas Liebe im Spiel sein,die Frage ist nur ob für Faible oder Amira.
02.08.2020- 7:49 Uhr
Bodenarbeit und Freispringen mit Ally
Heute startete ich mit neuer Kraft in den Tag und da Amystia und ich morgen schon unser nächstes Turnier mit Faible haben, muss auch Amystia mal mit unserer kleinen Maus trainieren. Also schnappte ich mir das Halfter und den Putzkoffer von Calido und machte mich daran ihn von seiner Koppel zu nehmen. Calido, der bis jetzt noch nie morgens trainiert wurde, sah mich verwirrt an, als ich mit seinem Halfter und einem Strick auf die Koppel marschiert kam. Nach einer Weile hatte ich ihn endlich sein Halfter angelegt und wir gingen zu unserem Putzplatz. Calido schien es zwar nicht zu gefallen, dass er seine Stuten allein lassen soll, nicht das wieder zwei von ihnen den ganzen Tag weg sind, aber trotzdem kam er brav mit. Nach dem Putzen ging ich mit ihm in die Reithalle, in der ich schon ein paar Stangen auf den Boden gelegt hatte und auch einige Slalomstrecken vorbereitet hatte. Also begannen wir zu trainieren. Ich führte den Hengst zuerst im Schritt und dann später in einem langsamen Trab über die Stangen und durch die Slalomstrecken. Anfangs schien Calido noch Probleme zu haben seine Beine zu heben und sich etwas zu stellen, diese waren aber spätestens nach dem fünften Durchgang verschwunden. Zum Schluss baute ich ihm noch ein paar kleine Sprünge auf, über die er hüpfen konnte und longierte ihn noch etwas im Galopp. Bis ich ihn dann noch im Schritt einmal über das Gelände führte. Dann durfte er (Endlich!) wieder auf seine Koppel und er stellte mit Freude fest, dass alle seine Stuten noch da waren.
03.08.2020-20:00
Schrittreiten mit Amystia
Da Calido langsam wirklich gut darauf vorbereitet ist,einen Menschen zu tragen,kam heute der Schlüsselmoment-das erste Aufsitzen und Schrittreiten. Da Ally ja ausgebildete Pferdetrainerin ist,hat sie den Part vom Boden mit der Longe übernommen und ich das Reiten.Etwas mulmig war mir schon,als ich Calido nach einer halbstündigen Diskussion endlich von der Koppel gebracht und geputzt habe. Satteln und Trensen verlief natürlich ohne Probleme,aber spätestens als Ally die Longe an dem Gebiss befestigte,wäre ich fast vor Aufregung gestorben,was ich mir aber vor dem Ponyhengst nicht anmerken lassen durfte.Neben der Aufstieghilfe haben wir den Kleinen dann zum stehen gebracht,und ich stellte zuerst mal einen Fuß in den Steigbügel,um zu merken wie Calido reagiert.Er war zwar etwas verwundert,dass ich auf einmal über ihm stand,aber hat alles über sich ergehen gelassen,auch als ich dann endlich komplett aufstieg. Ally hielt Calido glücklicherweise an der Longe fest,denn der hat vor lauter Verdutztheit ein paar Schritte nach vorne gemacht,während ich noch nicht ganz oben war.Danach hat Ally ihn geführt,ich saß obendrauf.So schlimm schien der Ponyhengst das ganze gar nicht zu finden,höchstens äußerst merkwürdig,was er mit einem liebenswerten Stubs gegen mein Fuß ausdrückte.Da er dann definitiv für heute genug gelernt hatte,stieg ich sofort von ihm ab und lobte ihn überschwänglich,worauf hin der Hengst schaute als hätte er einen Nobelpreis gewonnen und wüsste nicht wofür. Ach,er ist schon ein Schatz!
04.08.2020-9:10
Freies Reiten im Schritt mit Amystia
Um die gestrigen Fortschritte noch etwas zu festigen,ging es heute wieder ans Reiten,nach einer langsam schon standartmäßigen Diskussion,ob Calido doch tatsächlich für eine Stunde seine Stuten alleine lassen kann,da ja mal ab und zu eine verschwindet.Danach gings an das Trensen und Satteln,was wieder mal toll funktionierte und anschließend an das Aufsteigen. Ally war natürlich wieder dabei,nur hatte sie Calido diesmal nicht an der Longe.Das Aufsteigen funktionierte gut,Ally hielt Calido fest und ich konnte draufklettern.
Unser kleiner Ponyhengst stellte sich etwas an als ich nachgurtete,aber sonst ging es gut und er reagierte zum losreiten sogar auf meinen Schenkel-zwar etwas vorsichtig,aber er reagierte.Die Zügellenkung funktionierte hingegen deutlich schlechter,da Calido sehr empfindlich im Maul ist und sich bei jeder minikleinen Zügelbewegung aus dem Konzept bringen ließ.Im Endeffekt waren wir am Ende dann trotzdem so weit,dass der Hengst und ich einen halbwegs anständigen Handwechsel ohne all zu viele Schlangenlinien hinbekommen haben und anschließend mit Hilfe von Ally sogar eine halbe Bahn getrabt sind,wobei ich ihn ausgesessen habe um Calido nicht noch mehr zu verunsichern.
Unser nächstes Ziel wird dann wohl sein,mit ihm als gerittenes Handpferd ins Gelände zu gehen-ich bin mal gespannt.
06.08.2020-14:15
Unfall mit Amystia
Weiter geht es heute,immer weiter im Schritt und manchmal muss man einfach einen Schritt zurückgehen,bevor man wieder zwei Schritte nach vorne macht.
So heute bei Calido und mir-wir reden nicht drüber.
Nach einer absolut unnötigen Steigeaktion auf der Koppe und Buckeln beim führen habe ich auch noch voll einen Huf an den Oberschenkel bekommen und anschließend vor Schreck den Führstrick losgelassen,woraufhin der Hengst draufgetreten ist,sich erschrocken hat,der Panikhaken endlich aufgegangen war und Calido weggelaufen ist-mitten auf die Stutenherde,nachdem er gemeint hat über den Zaun springen zu müssen und sich dabei eine tiefe Wunde am Bein zugezogen hat. Dann hat Amira auch noch nach ihm getreten und ihn voll getroffen-mit ihren Hufeisen. Die Wunde an der Schulter hat dann auch angefangen anzuschwellen,und Ally hat mir geholfen Calido einzufangen,bevor wir den Tierarzt gerufen haben und ich die groben Wunden von dem Hengst am Putzplatz versorgt habe,bevor ich ihn geführt habe,um zu sehen ob er lahmt-und jep,tut er.Nach der Aktion ist das zwar auch kein Wunder und ich bin ja auch nicht ganz unschuldig bei der Sache,aber der Tierarzt meinte,dass Calido morgen in der Klinik geröntgt wird. Soweit er bis jetzt beurteilen kann,und da stimme ich zu,ist nichts gebrochen,aber wahrscheinlich ist zumindest eine Muskelzerrung dabei,vielleicht noch eine Sehnenentzündung oder ein verstauchter Knöchel.Die Wunde an der Schulter ist weniger Schlimm als die am Bein,an der er genäht werden muss,da sie bis zum Knochen durch alle Muskeln geht.
Weiteres Reiten ist daher mal abgesagt,das wird frühstens Oktober wieder möglich sein,sofern alles glattläuft und alles gut heilt.
Ally und ich warten jetzt nur noch auf die Röntgenergebnisse und die genaue Diagnose.
07.08.2020-15:00
Röngenergebnisse und Rückkehr aus der Klinik mit Amystia
Ab heute nenn ich mich wirklich nur noch Glückspilz. Heute Morgen kam der Anruf, dass Calido heute Nachmittag wieder nach Hause käme. Nicht gebrochen, nicht verstaucht oder gezerrt, sondern nur einen riesigen Schreck und eine genähte Wunde hat er abbekommen - er läuft sogar lahmfrei. Nach diesem Anruf konnte ich den ganzen Morgen nicht mehr stillsitzen, und als dann punkt 15:00 der Pferdeanhänger mit unserem kleinen Ponyhengst vorfuhr, war es dann mit mir vorbei-ich fing an zu weinen vor Glück. Das Ganze hätte so viel Schlimmer ausgehen können. Heute war Calido natürlich noch zu Boxenruhe verdonnert worden, aber schon in 8 Tagen würden die Fäden am Bein gezogen werden. Ich führte, vollkommen durch den Wind, den Kleinen aus dem Händler raus in seine Box, in der er erstmal ein süßes Grummeln von sich hören ließ. Auf dem Weg zur Box hat Calido wirklich nicht gelähmt, leglich hat er den Fuß etwas sanfter aufgesetzt. Natürlich bekam der Ponyhengst von mir jetzt sofort sein Lieblingsfutter, Luzerne mit Hagebutte und Müsliflocken, was er mit den allerbesten Vorzeigeessmanieren verschlang. Ich glaube, ich war selten so glücklich und traurig zugleich, ich hoffe dass keine Angst bei Calido von der ganzen Aktion hängen geblieben war.
08.08.2020-9:46
Das entscheidende Training mit Ally
Natürlich war ich gestern nach den Trainings und Amystias Weinattacke auch noch bei meinem kleinen Lieblingsponyhengst gewesen. Süß wiehernd hatte er mich begrüßt und schaute dabei sogar von seinem Futter auf. Heute war ich wieder auf dem Weg zu dem Kleinen, dieses Mal aber mit Halfter uns Strick in der Hand. Amystia hat mich zu ihrer persönlichen Pferdetrainerin ernannt und wollte, dass ich schaue ob Calido für den Wettkampf heute Mittag bereit ist. Wenn nicht, kommt er nur als "Beruhigungspferd" mit und kann sich trotz seiner Verletzung mal an den Turniertrubel heranwagen. Endlich kam ich an der Box des Hengstes an, nervös öffnete ich die Tür und untersuchte den Junghengst nach irgendwelchen Anzeichen von Schmerzen. Nichts. Ungeduldig wieherte mich Calido an und stupste kurz mit seiner Schnauze an meinen Arm. Jep, der kleine Mann war wieder fit. Nachdem ich ihm das Halfter übergestreift hatte, gingen wir zum Putzplatz und ich begann Calido zu putzen. Ich dachte über alles mögliche nach aber meine Gedanken blieben meist nur bei Calido. An der Wunde stoppte ich und versorgte sie, sogut ich es eben konnte. Nach einigen weiteren Minuten des Putzens, Hufe auskratzens und des sauber machens, brachte ich Calido in die Halle. Dort wollte ich den Hengst longieren, um zu sehen wie sich sein Bein in den verschiedenen Gangarten bewegt. Im Schritt sah man schon keinen Unterschied mehr zu vorher. Ich musste nur ein Mal mit der Zunge schnallen, da trabte der energiegeladen Hengst schon an. Auch hier sah man keine Auffälligkeiten. Den Galopp ließ ich bewusst weg, da ich sein Bein nicht überstrapazieren wollte. Wenn Amystia ihn galoppieren sehen wollte, musste sie dafür die Longe halten. Um ihn nicht zu überfordern brachte ich ihn, nach einem Handwechsel und dem selben Programm mit den selben Ergebnissen auf der anderen Seite, auf den Putzplatz. Dort putzte ich ihn wieder während er einen leckeren Müslimix zum Essen bekam. Dann zog ich ihn ein altes Halfter für in seine Box an und Bandagierte ihn. Dann flocht ich seine Mähne ein und umarmte seinen Hals, was ihm ein kleines aber sanftes Schnauben entlockte. Ach, wie ich unseren kleinen Draufgänger vermisst hatte.
-Zeitsprung-
Bevor ich Faible und Mirabel in die Anhänger brachte eilte ich zu Calido Box schnappte mir den etwas verdutzten Hengst und putzte ihn wieder gründlich. Dann kontrollierte ich seine Wunde flocht seine Mähne neu und erneuerte die Bandagen. Da noch in kleines bisschen Zeit war flocht ich auch seinen Schweifansatz etwas an und brachte ihn dann mit Faible und Mirabel in die Anhänger.
Mögen die Turniere beginnen!
10.08.2020-6:30
Hengstschau in Auenburg mit Amystia
Nach der morgendlichen Vergewisserung, dass es Calido wirklich gut geht und seine Wunde auch besser aussah führte ich ihn erstmal etwas, aber es war kein Anzeichen von unsauberem Gehen oder Lahmheit zu erkennen. Also dürfte der Kleine mit auf Turnier fahren, obwohl es ja eigentlich kein Turnier, sondern eine Hengstschau war, zu der es ging. Es würde ganz schön lange zu fahren sein, und immerhin mussten wir ja auch rechtzeitig zu den Reitstunden wieder zurücksein. Der Ponyhengst wurde jetzt schnell geputzt, seine dünne, aber wunderschöne Mähne in Turnierzöpfchen geflochten und danach bekam er noch schnell sein Frühstück in Form von Heucobs mit einer halben Hand voll Gerste. Mampfend futterte Calido das Futter in Rekordzeit auf, anschließend bekam er noch Huföl auf die Hufe und Babyöl auf das Schnufelchen, welches ich aber vorher mit einem Schwamm erstmal von den Frühstücksrestchen befreien musste. Danach versuchte ich, sein Schweif zu verlesen, was erstaunlich gut funktionierte und bandagierte ihn für die Fahrt. Grummelnt genoss er die Luxusbehandung, bevor es zur Einladung in den Viererhänger ging. Calido würde neben der hoffentlich vernünftigen Amira stehen, dahinter Faible und Mirabel. Classy nahmen wir aus bekannten Gründen nicht mit,die würde mir den Schulis auf der Koppel bleiben. Calido ging schnell und ohne Anstalten in den Hänger, indem schon Heu und Wasser auf ihn wartete.
-Zeitsprung -
Nach gefühlten oder realen drei Stunden Fahrt waren wir dann endlich da.
Der Platz war voller fremder Pferde, und Calido wittert unter denen auch einige Stuten. Aus Vorsicht nahm ich ihn daher beim Ausladen mit der Hengstkette aus dem Hänger. Zugegeben, vielleicht hätten wir sie heute nicht gebraucht, aber es ist durchaus kein minimales Risiko, einen Junghengst bei drei Stuten anzubinden und zu hoffen, dass ja nichts passiert.
Der letzte Feinschliff vor der Schau durfte ja nicht fehlen. Calido würde noch einmal gebürstet, die Hufe würden erneut eingeölt und seine Trense noch einmal schick gemacht. Außerdem habe ich die Wunde noch einmal mit klarem Wasser ausgespühlt-die sieht richtig gut aus.
Jetzt würde es auf Kleinigkeiten ankommen, beim Führen vor der Show benahm er sich jedoch gut, jetzt heißt es hoffen.
11.08.2020-17:40
Koppelschmusetag für Calido mit Amystia
Da Calido mit seiner Wunde im Moment nicht auf die Koppel darf, hab ich ihn mir heute einfach am Führstrick geschnappt und mit nach draußen genommen. Unser Ponyhengst war herzlich begeistert darüber, auch wenn er eine Trense mit Plastikgebiss tragen musste, mit dem er immer ich im Mund sehr viel rumspielt. Auf seiner neuen Koppel, etwas weiter weg von den Stuten, dürfte er unter meinen strengen Blicken die Koppel geführt erkunden und auch an der Hand grasen-normalerweise ein schwieriges Thema, mit Calido jedoch gar kein Problem. Ganz manierlich schnappte er sich ein Maul noch dem anderen von dem getrockneten Gras, welches eher Heu als grüne, saftige Wiese war, denn es hatte bei uns schon etwas länger nicht mehr viel geregnet und es was ätzend warm. Gelegentlich hob der Hengst dann mal sein Kopf, um ein Bummeln oder Wiehern nach seinen Stuten abzugeben, zu denen er doch gladweg keinen Blickkontakt hatte. Ab und zu schaute er dann auch, ob ich noch da war, und sobald er mich dann wiederfand, ging es weiter mit dem Grasen. Man merkte förmlich, wie gut dies ihm tat und er entspannte, die Öhrchen aber immer in den Wind auf aufmerksam gestellt, ob er nicht doch ein Wiehern einer seiner Ponystuten vernehmen würde. Auf dem Rückweg lief er ganz andächtig neben mir her, immer aufmerksam und ein Kommando abwartend, bis er schließlich wieder in seine Box musste. Der Kleine, der kaum über die riesige Boxentür schauen konnte, freute sich noch über seine Hagebuttemischung und entspannte dann in der Box.
12.08.2020-7:49
Erste Trainingsversuche mit Ally
Heute durfte ich wieder mit unserem Ponyhengst trainieren bzw. probierten wir heute aus, ob der Kleine wieder mit einem langsamen Bodentraining anfangen kann. Calido ließ sich brav von der Box zum Putzplatz bringen. Auch beim Putzen blieb er brav stehen und guckte nur auf, wenn die Stuten auf der Koppel wieherten, von dem Putzplatz aus konnte man die Stutenkoppel aber nicht sehen. Dann schnappte ich mir eine Longe und einen längeren Strick und machte mich mit Calido zusammen auf den Weg zum Reitplatz. Dort ließ ich ihn erstmal etwas an der Longe warm werden, was für ihn bedeutete, Schritt-Trab und Trab-Schritt Wechsel, bis ich mir sicher war, dass er wirklich bereit für weiteres war. Leider musste ich dann mit Calido in die Halle, da Amystia mit Amira auf den Platz gehen wollte. Aber zu meinem Glück war es in der Halle noch nicht sehr warm und die Bodenstangen waren auch drinnen. Dann brachte ich Calido ein wenig den Travers/Kruppeherein bei. Zuerst war der kleine Hengst sehr, sehr verwirrt, aber dann ließ er sich darauf ein und siehe da, wir schafften eine halbe Bahnseite ein wackeliges Kruppeherein. Ich lobte Calido ausgiebig und gab ihm seine Lieblingsleckerlis. Dann legte ich, nach ein paar weiteren "Runden" Kruppeherein, einige Bodenstangen auf den Boden und arbeitete mit Calido etwas an seiner Beinarbeit im Schritt und Trab. Das schöne war, dass man unserem kleinen Hengst anmerkte, wie viel Spaß es ihm machte wieder Arbeiten zu können, auch wenn es nur sachtes Training war und es nicht sonderlich körperlich anstrengend ist. Die Aufmerksamkeit des Ponyhengst es lag auf mir und meinen Anweisungen, seine Ohren waren nach vorne gerichtet und seine Gänge sahen nach der Stangenarbeit einfach traumhaft aus. Ich würde fast sagen, dass ich da ein glitzern in seinen Augen sah, dass die ganze Zeit da war. Danach wiederholten wir wieder Kruppeherein, dieses Mal klappte es aufanhieb und ich sah eine kleine Verbesserung zu den letzten Versuchen. Wenn er das weiter übte, hatte er bald schon den Bogen raus und kann es perfekt. In ihm ist schon ein kleiner Dressurliebhaber verloren gegangen. Um sein Bein noch nicht zu sehr zu belasten beendete ich danach das Training und brachte Calido danach in seine Box. Dort lobte ich ihn noch einmal ausgiebig und gab ihm einen leckeren Hafer-Rüben Mix, in den ich noch einige andere Gemüsesorten hineintat, die Calido gerne hätte und die natürlich für Pferde nicht schädlich sind. Dann verabschiedete ich von dem Kleinen.
13.08.2020-11:00
Tierarztbesuch und ziehen der Fäden mit Amystia
Heute war es endlich soweit. Der Tierarzt hat angerufen, da er sowieso gerade in der Nähe ist, schaut er sich Calidos genähte Wunde an. Eventuell dürfen die Fäden auch raus und Calido darf wieder geritten werden. Vor dem Tierarztbesuch putze ich Calido auf Hochglanz, und als der Tierarzt dann kam, bekamen wir nur gute Neuigkeiten.
Die Fäden durften raus, die Wunde sah toll aus und es hatte sich kein wildes Flaisch gebildet. Außerdem würde keine große Narbe bleiben, was für die Körung natürlich toll aussah. Der Ponyhengst benahm sich toll, als ich die Fäden schnell gezogen habe und der Tierarzt noch einmal die ordentliche Pflege der Wunde gelobt hat. Danach bekamen wir die Anweisung, Calido wieder normal zu bewegen und auch gerne im Schritt zu reiten, nur übertreiben sollen wir es nicht. Der Kleine darf auch wieder auf die Koppel, vorausgesetzt er weiß sich zu benehmen. Die Wunde an der Schulter sah man ja schon gar nicht mehr. Wir mussten noch ein paar Fragen beantworten, bezüglich ob wir Calido für die Zucht einsetzten wollten und ob er schon voll eingeritten sei, da er eine tolle Muskulatur hätte-das hörten wir doch immer gerne.
Das einzige, was ich nicht so gerne hörte, war, ob wir nicht zu schwer für den Hengst wären. Glücklicherweise war ich recht zierlich, gerade 165 cm groß und 45 kg schwer, auch wenn ich mich dennoch bei dieser Frage nicht wohl fühlte. Mir war nämlich selbst klar, dass Calido definitiv für Ally oder mich kein Turnierpony werden würde und wir daher dringend jemand Kleineren für ihn suchen müssen. Immerhin teilte ich nicht gerne die Ponys mit jemand anderem außer Ally, schon gar nicht mit jemand jüngeren.
14.08.2020 - 11:00
Reiten auf Calido mit Amystia
Endlich wieder Calido reiten! Dass war das, auf was ich mich am meisten gefreut habe, den ganzen Morgen. Schnell schnappte ich mir den Kleinen von der Koppel, der heute mal ausnahmsweise ganz brav mitging. Am Putzplatz machte ich den Hengst fertig, der alles brav und lieb über sich ergehen ließ. Danach sattelte und trenste ich Calido, welcher heute hyperbrav war. Ich führte den Ponyhengst in die Reithalle, stellte ihn neben dem Hocker ab und stieg auf. Der Kleine blieb brav stehen, und ließ sich mithilfe von Stimme und Schenkel schön in den Schritt bringen. Tagesziel war heute ein ordentlicher Zirkel, allerdings hatte sich das schneller erledigt als gedacht. Direkt beim ersten Versuch auf einen ordentlichen Zirkel funktionierte das Ganze so perfekt, dass ich fast vor Freude und Stolz in Ohnmacht fiel. Hatte Calido etwa heimlich geübt?
Also kam es zu dem nächsten Trainingsziel, Traben. Mithilfe von Stimme und Schenkel fing Calido an zu Traben, am langen Zügel, total entspannt und mega ruhig. Mein Rumgehampel auf dem Rücken namens Leichttraben störte ihn nicht, der Kleine ließ sich nicht einmal annähernd davon stören. Er behielt sein Tempo bei, lief schön am Zügel und ließ sich lenken, was will man denn mehr von einem so tollen Pony? Handwechsel funktionierten super, Calido war sehr empfindlich im Maul und gleichzeitig hörte er super auf meinen Schenkel, sodass ein leichter Druck für eine höhere Tempostufe und ein anlehnen für Wendungen reichte. Der Ponyhengst hatte tolle, schwungvoll und super sortierte Gänge, bei denen sich der Reiter wirklich wie im Wunderland fühlen kann. Nach 25 Minuten beendete ich dann das Training, auch wenn Calido gerne noch weitergemacht hätte. Ich lobte ihn überschwänglich, er war superstolz auf sich und wir ritten zum Putzplatz, wo er Luzerne mit Hagebutte bekam, natürlich nur in angemessenen Rationen. Danach brachte ich ihn zurück auf die Koppel, wo er sich sanft mit einem Grummeln von mir verabschiedete und dann im Galopp hinter dem Hügel verschwand.
15.08.2020-8:16
Reiten mit Ally
Nach meiner täglichen Portion Sport, da ich schon seit etwa 30 Minuten im Stall sein wollte, schnappte ich mir Calido, der durch den Unfall seine Lektion gelernt hatte und brav mitging. Nachdem ich unseren kleinen Hengst geputzt hatte, ging es ans satteln und trensen, was alles ziemlich ereignislos über die Bühne ging. Schon standen wir in der Reithalle und ich konnte Aufsteigen. Endlich saß ich auf unserem kleinen Ponyhengst und konnte im Schritt losreiten. Calido reagierte schon auf feine Hilfen und nach einigen Runden mit Handwechsel und Bahnfiguren trabte wir an. Der Leichttrab schien ihn nicht im Ansatz verwirren zu können und auch als ich aussaß trabte der Hengst weiter im Tempo. Die Bahnfiguren funktionierten auch im Trab sehr gut und schon bald waren fast 35 Minuten vergangen, in denen Calido und ich schon ziemlich viel gearbeitet hatten. Damit es dem kleinen Hengst aber nicht zu viel wird, beschloss ich ihn nur noch trocken zu reiten und schnallt dafür die Steigbügel hoch. Auch ohne sie ließ der Hengst sich gut lenken und nachdem ich abgestiegen war,lobte ich Calido und gab ihm zum Abschluss sein Lieblingsfutter, auf das er sich mit heißhunger stürzte. Zum Abschied bekam ich noch ein fröhliches wiehernd und dann ging ich wieder zurück zum Stall, um das nächste Pferd zu versorgen.
17.08.2020 - 9:05
Ausritt mit Amystia
Nach dem Trubel heute habe ich beschlossen, Calido als Handpferd/Handpony mit ins Gelände zu nehmen. Nachdem ich Amira geputzt hatte, ging ich den Kleinen holen. Dieser ging nach fünf Minuten sofort mit und benahm sich toll beim Führen. Ich putzte Calido mit seinen weichen Bürstchen, trenste ihn und legte ihm seinen schicken Sattel auf.
Danach stieg ich auf Amira auf, nahm Calido an die Hand und los ging es mit den Beiden ins Gelände um den Hof. Calido lief munter neben Amira her und die Stute blieb brav und wieß den Hengst leglich zurecht, wenn der zu wild wurde. Im Schritt trotteten wir über die sommerbraunen Hügel Sandefeld, bergauf und bergab für die Pomuskeln. Der Ausritt war wunderschön, der Wind wuschelte die Mähne der Ponys und meine braune Haarpracht durcheinander. Ein umherspringender Haase ließ den Hengst kurz erschrecken,aber durch meine Prinzessin und seinen tollen Charakter blieb er ruhig. Ich merkte gar nicht, wie die Zeit verging, bis ich die Zehnuhrglocken hörte. Das hieß: allerhöchste Zeit den Heimweg anzutreten. Wehmütig sah ich unser Gestüt näherkommen. Zuhause angekommen, versorgte ich Amira und brachte sie zurück auf die Koppel.
Anschließend machte ich Calido noch etwas schick, und bemerkte einmal mehr wie toll er war. Ach, ich wünschte mir so ein Fohlen aus ihm, dass ich großziehen und ausbilden konnte. Vielleicht würde dieser Traum eines Tages in Erfüllung gehen. So ein Fohlen auf Gestüt Silberwald wäre echt eine Sensation und würde mich total glücklich machen.
18.07. 2020 - 10:30
Galoppieren mit Amystia
Unter Vorbehalt würde ich sagen, dass ich ganz gute Laune heute hatte. Genauso wie Calido, der auf rufen sofort zu mir kam und seine Belohnung abholte.Anschließend nahm ich ihn mit in den Stall, wo ich ihn putzte, sattelte und trenste. Mittlerweile lebte der Kleine schon relativ lange bei uns und hatte sich gut an mich und das Reiten gewöhnt,daher würde es heute weiter gehen. Die Zeit unseres selbst gesetzten Zeitlimits für das Einreiten von Calido und Mirabel passte noch genau, daher würde es heute ohne Druck und Zwang die ersten Galoppversuche geben, die auch noch nicht funktionieren müssten. Ich brachte den kleinen Ponyhengst in die Halle, der stolze 0,5 cm gewachsen war und immerhin ja auch noch weiter wachsen würde-hoffentlich. Ich stieg auf, gurtete nach, angelte die Steigbügel und ritt ohne irgendwelche Probleme los. Das Aufwärmtraining erfolgte im Schritt mit vielen großen Hufschlag Figuren, unter anderem der ersten einfachen Schlangenlinie von Calido. Das Schnuffelchen ließ sich toll lenken und treiben und hatte eine tolle, einzigartige Rittigkeit sowie schwungvollen Gangarten. Immer mehr stellte und bog Calido sich, bis er auf dem Zirkel perfekt am Schenkel lief. Danach trabte ich an und trabte zunächst leicht. Der Süße machte alles super, kaute ab und ließ seinen Hals locker fallen, sodass er nachgab. Als ich anfing auszusetzen bekamen wir sogar einen runden, genachen Zirkel im Trab hin, und ich beschloss danach, in einer Ecke Galopphilfen anzubieten und zu schauen was passieren würde.
Und es passierte etwas, denn durch die gute Vorbereitung aufs Reiten galoppierte er an, nahm mich in seinem reinen Galopp mit und galoppierte so locker, dass es wie selbstverständlich wirkte. Um die Ecken würde er dann mal langsamer, aber immerhin bekamen wir eine ganze Runde Galopp hin, bis ich ihn durchparierte, weiter leichttrabte und ihn lobte. Der Galopp von ihm war toll, sollte aber natürlich nur eine ganz normale Gangart sein, die gelegentlich im Training eingebaut wurde. Nach etwas Trab parierte ich ihn durch, lobte ihn und ließ ihn wälzen, was er auch sofort ausnutzte und dich danach seine Hagebutteluzerne einfordert. Brummelnd aß er das Futter mit Manieren des Jahrtodes, die ihn als waschechten Reitpony Hengst auszeichneten.
19.08.2020-6:07
Turniertag mit Ally
Heute begann auch für Calido eine anstrengende Phase, da er genauso wie Mirabel nun öfter bei Wettbewerben teilnehmen sollte. Nachdem ich unseren Junghengst sicher zum Putzplatz gebracht hatte, ließ ich den Sonnenschein dort stehen, während ich das ganze Zeug zum "turnierfertig machen" zusammensuchen. Schwer beladen und wiedereinmal eher stolpernd als gehend kam ich aus der Sattelkammer. Calido brummelte mich liebenswert an und ja ich hatte ihn vorhin als "Sonnenschein" bezeichnet,denn der Hengst strahlte praktisch wie eine Sonne. Wie eine Sonne mit einer braunen Matschkruste und Stroh im Haar. Als ich alle Ausrüstungsgegenstände und Gerätschaften die ich mit geschleppt hatte geordnet hatte, begann ich Calido sorgfältig zu säubern. Der Hengst ließ das ruhig über sich ergehen und meckerte auch nicht wenn es mal etwas ziepte. Nach einer langen Zeit, war dann dass sonst glänzende Fell von Calido endlich wieder sauber und ich konnte mich um die Hufe kümmern. Hier bräuchte ich aber nicht sonderlich lange, da Calido keine großen Steine oder ähnliches im Huf hatte. Weiter ging es mit der Mähne, die ich auch bei dem Kleinen zu einem hübschen Zopf zusammenfasste. Dann kamen die Bandagen an die Reihe und danach gab ich dem Hengst noch etwas von seinem Lieblingsfutter, mit einem etwas größeren Kratffutter Anteil. In der Zeit räumte ich alles wieder - ordentlich - weg und kam gerade rechtzeitig wieder, als Calido "vorbildlich" alles aufgegessen hatte, dann konnte es auch schon los gehen zum "Jump Jump Turnier".
-Zeitsprung-
Nachdem Faible ordentlich festgemacht war brachte ich Calido raus und machte ihn wieder turnierfertig. Leider hieß es dann für mich Pferdetausch mit Amystia zu machen, da ich am heutigen Turniertag mit Mirabel antreten werde und nicht mit dem süßen Ponyhengst. Zum Abschied schenkte er mir einen Knutscher auf die Jacke und ein trauriges wiehern.Dann überließ ich ihn in Amystias Hände und ging zu Mirabel und Faible.
20.08.2020-8:05
Endlich Ausreiten mit Amystia
Heute war ein weiterer großer Tag für Calido. Mit Amira zusammen würde es geritten in das Gelände gehen und er würde zum ersten Mal auch mit Reiter auf dem Rücken die schöne Hügel Sandefelds erklimmen dürfen. Als ich zu Calido auf die Koppel kam, war der menschenbezogene Hengst sofort begeistert von der Idee mitarbeiten zu dürfen. Sofort kam er mit und trottete aufgeweckt neben mir her zum Stall, wo Amira mir sofort wieder ein sehensüchtiges und vorwurfsvolles Wehren schenkte. Als Antwort brummte der Ponyhengst, was mich in einen Süß-Schreianfall ausbrechen ließ, natürlich nur in ponyfreundlicher Lautstärke. Total verliebt putzte ich den süßen Hengst, der gelegentlich mal einen Huf hob, mich abschleckte und mir süße Blicke zuwarf. Bevor ich in Versuchung geraten konnte, ihm noch mehr Äpfelchen zuzustecken, sattelt und trenste ich ihn schnell, und dann stieg ich auch schon auf um loszureiten. Im ordentlichen Schritt ging es dann auch schon los, immer vom Gestüt weg ins Unbekannte, obwohl unbekannt übertrieben war. Aber alles wirkte so unberührt und natürlich, Vögel zwitscherten und man konnte allerlei Wildtiere beobachten, die meine beiden Ponys unbeeindruckt ließen. Calido benahm sich unter dem Sattel nicht anders als an der Hand und so war da Ganze sehr entspannt und wirkte routiniert für den ersten Ausritt. Nach einem langen Ausritt ging es dann auch wieder zurück und ich lobte den Ponyhengst, der mal wieder mit seinem tollen Charakter und Charme überzeugt hat und sich so die Portion Hagebutte mit Luzerne verdient hat. Zufrieden mit sich selbst durfte er in Ruhe futtern, bevor er wieder auf die Koppel kam.
21.08.2020-14:05
Gehorsamkeitstraining mit Amystia
Da ich heute mal ganz mutig war, hatte ich vor mit Calido Gehorsam zu üben. Vorallem mit Stuten wollte ich etwas trainieren, sodass ich an ihnen vorbeigehen konnte und auch durch die Koppel mit Calido ohne Drama gehen konnte. Das würde einfach eine Grundvoraussetzung sein, dass der Hengst auf Turnieren mitkommen dürfte und auch Ponyhengst bleiben darf. Zur Sicherheit nahm ich ihn dann doch an die Führkette, als ich den wiehrenden Hengst von der Koppel mitnahm, um ein Abstecher zu den Stuten zu machen.
Ganz gechillt lief dieser bisher neben mir her, voller Freude seine alte Koppel und seine Stuten wiederzusehen. Etwas mulmig wurde mir dann schon, als die Grazien in Sichtweite und Witterungsweite von Calido kamen. Zum Glück war keine der Stuten rossig, dann wäre das Ganze natürlich schief gegangen.
Immer näher kamen wir an die Koppel, Calido benahm sich wie ein Hengst, pustet und schnaubte, machte aber keine Faxen an der Hand. Wie ein Hengst aufführen durfte er sich ja, solange er brav neben mir blieb und kein Unsinn an der Hand machte.
Schließlich standen wir direkt an der Koppel, mein Ponyhengst war am Brummeln und wurde von Amira empfangen, die direkt dem verdutzten Calido in die Schnauze biss und ihn so zurechtwies. Daraufhin sprang der zurück, quitschte einmal und schaute mich dann verunsichert an. Ich bakam ein Lachanfall, beschloss das Training nach dem Erlebnis zu beenden. Denn dieses Erlebnis würde er erst einmal verarbeiten müssen. Der etwas am Ego angekratzte Calido trottete megabrav mit auf die Koppel zurück.
22.08.2020-7:43
Stangenarbeit mit Ally
Nach seiner Zurecht Weisung, die Calido gestern bekommen hatte, war er heute früh immer noch etwas verdutzt, dass eine seiner Stuten einfach so etwas hatte tun können. Brav ging er mit mir zum Putzplatz und ließ sich schnell für das Training fertig machen. Sein Blick ruhte dabei entweder auf mir oder auf seinen Stuten, die noch friedlich vor sich hin dösten. Nachdem ich ihm einen Kappzaum angezogen hatte und eine Longe von uns daran befestigt hatte, machten wir uns auf den Weg zum Reitplatz. Dort angekommen machten wir uns mit einigen Tempowechsel warm, und ich führte Calido im Schritt und Trab durch einige Basishufschlagfiguren. Als ich sicher war, dass der Hengst warm war, band ich ihn kurz an und baute einen kleinen Parcour auf, der insgesamt aus 5 kleinen "Hindernissen" bestand. Die Nummer 1 waren 3 Trabstangen, die hintereinander gelegt eine leichte Übung für den Hengst darstellte, dann kamen wir zu einer kurzen Slamlomstrecke, bei der unser Junghengst konzentriert sein muss und auch mal auf seine "Bremse" treten muss. Als nächstes kamen 2 Cavaletti, die beide so tief waren, dass man sie noch aus dem Trab überspringen konnte. Die Nummer 4 bildete ein "L", durch das Calido durchmusste und das letzte Hindernis war eine kleine Sprung Abfolge, die aus 3 kleineren einzelnen Hindernissen bestand, die aber so positioniert waren, dass ich während Calido das Hindernis durchläuft nicht neben ihm her rennen muss, sondern ich kann ihn sicher "longieren", dabei beachtete ich, dass weder er noch ich irgendwie in Gefahr kommen könnten. Das Ziel bildeten 2 Hütchen, zwischen denen Calido abbremsen sollte und stehen bleiben sollte.
Zufrieden betrachtete ich mein Werk und kehrte dann wieder zu Calido zurück, der mich die ganze Zeit über neugierig angeguckt hatte. Der schlaue Hengst ahnte wohl, dass ich wieder eine meiner berüchtigten Ideen hatte. Bevor Calido den Parcour aber durchlaufen durfte longierte ich hin kurz, da ich Sorge hatte, dass seine Muskeln wieder kalt geworden sein konnten, in der Zeit in der ich den Parcour gebaut hatte. Nun denn, wir starteten den ersten Versuch. Calido ging brav an der, zu einem sehr langen Führstrick umfunktionierten, Longe und trabte erst dann an, wenn ich anfing locker zu joggen. Die Stangen überlief er fehlerfrei, sein Fuß stieß nicht einmal an eine der Trabstangen, stoz lobte ich den Junghengst mit meiner Stimme und wir steuerten das nächste Hindernis an. Das Slalom durchlief das Pony auch gut, obwohl es am Amfang Probleme hatte, da sein Tempo etwas zu hoch war. Die 2 Cavaletti, die aus dem Trab übersprungen werden sollten, wollte Calido erst im Galopp überspringen und ich musste ihn wieder durchparrieren, während ich praktisch hinter/neben ihm herlief. Eine Volte später lief Calido sauber über die Cavaletti und wir konnten uns dem "L" zu wenden, durch das ich Calido im Schritt ohne Probleme durchführte. Die letzte Trabaufgabe stand uns nur noch bevor, aber auch die Stangenabfolge war ein Klacks für den Hengst. Nach 2 weiteren Durchgängen durch den Parcour baute ich noch zwei kleine Sprünge auf und die durfte Calido frei überspringen. Zum Abreiten ging es für mich und Calido über den Hof, da ich mit ihm noch einen kurzen Schrittspaziergang machte. Danach durfte der Hengst wieder auf seine Weide, wo er sich mit einem süßen brummeln von mir verabschiedete.
24.08.2020 - 10:15
Freispringen mit Emily
Von Amystia hatte ich die Anweisung erhalten, mit Calido noch einmal Freispringen zu machen, da sie selbst mit Calido bald Springen wollte. Davor sollte er noch etwas Sicherheit sammeln, und als Idee baute ich die ungefähre Schwierigkeit der Hindernisse bei einer springbetonten Körung auf. Zwei kleine Kreuze bildeten Einsprung und Aussprung, danach folgte ein 40 cm hohes Cavaletti, anschließend 6,5 Meter Abstand zum zweiten Sprung, ein Steilsprung, 50 cm hoch, danach 6,8 Meter Abstand zum letzten richtigen Sprung, ein 60 cm hoher Hochweitsprung, wobei ich die Weite erst einmal wegließ.
Ich ging Calido von der Koppel holen, der mich anscheinend nicht sehr sympathisch fand und erstmal 30 Minuten bockig war und dann auch nur mit angelegten Ohren und Faxen an der Hand mitlief, wobei ich mächtig auf meine Füße aufpassen musste,denn er nahm im Gegensatz zu Pia nicht wirklich Rücksicht auf mich. Am Putzplatz angekommen war ich froh, das Ganze überstanden zu haben und machte ihn schnell sauber. Huf geben oder am Kopf anfassen wollte er sich nicht lassen, also ließ ich es. Leicht verunsichert brachte ich ihn in die Halle, wo er erst einmal etwas bockte und dann ohne jegliche Anweisung von mir die Hindernisreihe im Galopp übersprang und alle Stangen an Ort und Stelle liegen gelassen hat. Daher baute ich den letzten Sprung dann doch mit einem Kreuz davor und etwas Abstand zu einem Hochweitsprung mit 40 cm Weite um. Einmal sprang der Ponyhengst dann noch fehlerfrei drüber, danach wurde es ihm zu doof und er fing an, zu Brocken und die Stangen abzubauen, indem der mit der Schnauze dagegenstieß. Also nahm ich ihn wieder mit nach draußen, wo er sogar nach ca einer Stunde Diskussionen sogar alle Hufe gab, aber nicht ohne mir ein paar blaue Flecken zu verpassen. So ruhig und selbstsicher wie möglich brachte ich ihn zurück auf die Koppel, wo er sofort seine Galopprunden drehte. So langsam kapiert ich, warum mir Amy den Hengst aufgedrückt hatte, schlicht um mir zu zeigen, dass nicht jedes Pony eine brave Pia ist.
25.08.2020-5:30
Hengstschau und Freispringwettbewerb mit Amystia
Holla die Waldfee, heute morgen hatte Calido ganz schön Temperament. Das fing schon damit an, dass er brav von der Koppel mitging. OK, streichen wir das Brav wieder, wir belassen es bei von der Koppel mitging. Während ich normal ging, übte der Ponyhengst schon einmal Piaffe an der Hand fürs spätere Leben. Am Putzplatz musste er dann auch wieder testen, ob Amira nicht vielleicht eine Frau fürs Leben wäre und führte sich mal wieder richtig Hengstig auf, aber nachdem er von der Leitstute einmal zurechtwiesen wurde, bekam der Hengst sich wieder ein.
Etwas prinzenhaft tudelte er sich sogar bei Mücken auf, die ihn sonst allerhöchstens mal für einen Schweifschlag interessierten. Ich blieb einfach ruhig und bestimmt, ignorierte sein Gehaber vollkommen und störte ihn nur dann, wenn es zu schlimm wurde. Das war die bewährte Methode für einen Calido, der heute etwas überdreht war. Ich machte ihn einfach fertig für Freispringwettbewerb und Schau, lud ihn ein und dann ging es los.
Auf dem Turnierplatz nahm ich den schnaubenden und pustenden Ponyhengst aus dem Hänger, verpasse ihm noch den letzten Feinschliff und schleppte ihn dann erst einmal zum Freispringwettbewerb. Springen konnte er ja eigentlich toll, aber heute war er etwas zu wild dabei und bockte wie üblich schon mal zwischen den Sprüngen, was die Richter nicht so gerne sahen. Die Stangen blieben zwar großräumig liegen und sein Springstil war auch nicht zu bemängeln, allerdings gab sein Gebocke dann am Ende den Ausschluss für eine 6,3,was immerhin noch ein Neunter Platz war.
Bei der Schau lief es ähnlich, zwar war er im Grunde brav, jedoch merkte man, wie viel Temperament er haben könnte, wenn man nicht hundertprozentig auf ihn aufpasste. Seine Gänge waren mal wieder nicht zu bemängeln, jedoch Schein die Jury nicht umbedingt so amüst über sein doch sehr feuriges Auftreten und seine Größe als DRP zu sein, also eine 6,4 und ein 18.Platz am Ende.
26.08.2020-19:30
"Koppelkuscheln" mit Ally
Nachdem Turnier kamen wir nicht so spät wie sonst nach Hause, aber ich war genauso fertig wie auch sonst immer. Ich schnappte mir ein Pad, Calidos Trense, ein Kappzaum, eine Longe und den Putzkasten und taumelte schwer beladen zur Hengstkoppel, wo ich dann auch von einem etwas verwirrten Calido begrüßt wurde. Ich streichelte den Hengst, nachdem ich alles abgelegt hatte zur Begrüßung und dann begann ich ihn zu putzen. Zuerst wollte Calido wirklich nicht stehen bleiben, aber nachdem ich ihn ein paar Mal sanft in seine Grenzen gewiesen hatte, blieb er brav bei mir und das Putzen gestaltete sich viel, viel leichter. Bei den Hufen blieb der Hengst ruhig stehen, auch wenn er einige der Hengstspiele spielen wollte und mir versuchte seinen Huf wegzuziehen oder mich mit seinem Körper etwas wegzudrücken. Doch auch hier wies ich ihn immer wieder in seine Schranken und da Calido nicht dumm ist, begriff er schnell, dass diese "Provokation" bei mir nichts brachten. Ich legte dem Junghengst nach dem Putzen seinen Kappzaum an und begann ihn zu longieren, ich ließ Calido auf beiden Seiten alle drei Grundgangarten laufen und nach einiger Zeit wurde der Hengst ruhiger und beteiligte sich gut am Training. Darauf hatte ich gewartet. Ich parierte den Hengst durch, bürstete ihm noch einmal über den Rücken und legte in dann das Pad auf, dann folgte die Trense, die an die Stelle des Kappzaum trat. Ich stieg auf und ritt Calido erstmal etwas Schritt über die Koppel. Zuerst war der Hengst natürlich verwirrt, da er zum ersten Mal mit Pad geritten wurde, aber das verging schnell und wir waren wieder im Arbeitsmodus. Nach einiger intensiver Schrittarbeit, ging es an den Trab. Zuerst ritten wir im Leichttrab, der natürlich auf einem Pad für uns beide anstrengender war und übten bzw. trainierten auch hier etwas. Dann folgte das aussitzen, hier hatte Calido etwas zu viel Feuer, weshalb ich ihn gelegentlich zurücknehmen musste. Doch das war kein Problem. Dann kam mir eine dumme Idee, die ich, wie könnte man es anders von mir erwarten, direkt in die Tat umsetzte. An einer Ecke der Koppel gab ich Calido die Galopphilfen und siehe da, der Hengst viel in einen etwas ungeordneten, überstürzen Galopp, den ich erstmal etwas ordnete und mit einigen Tricks zu einem guten Calido-würdigen Galopp verwandelte, dies passierte auf zwei Seiten und danach, packte ich meine Sachen zusammen und ließ den Hengst noch etwas auf der Koppel toben.
28.08.2020-19:10
Springen mit Amystia
Heute war es endlich soweit. Ich würde mit Calido das erste Mal springen und ich war so aufgeregt. Aufgebaut hatte ich für heute nur ein 40 cm hohes Kreuz, damit es für den Kleinen nicht zu schwer werden würde. Ich ging zur Koppel, um Calido zu holen, der aufgeregt wartete und am Zaun auf und ablief, als er mich sah. Brav und fleißig ging er mit und ließ sich gut putzen. Auch Satteln und Trensen war mal wieder makellos und so konnte es pünktlich und schnell losgehen.
Ich stieg auf, Calido blieb ruhig stehen und wurde belohnt. Im Schritt war der Ponyhengst mal wieder ein Traum zum Reiten, nahm Hilfen an und konnte damit umgehen. Die Zirkel waren immerhin rund und ordentlich geritten, Schritt-Steh Übergänge waren auch ein kleines Highlight. Man muss wirklich sagen, dass sich der Hengst unter dem Sattel sehr lieb und gelehrig zeigte. Mit jedem Tag lernte er dazu und gab immer sein Bestes, um jedem zu gefallen. Beim antraben machte er brav mit, Leichttraben war auch kein Problem und so gab es bei den Beiden Gangarten überhaupt nichts zu meckern. Zirkel im Trab konnten durchaus mal etwas zu groß geraten, schlimm war das jedoch nicht, nur ein Problem an dem man trainieren konnte. Und nach einigen großen Handwechseln saß ich dann auch aus, und Calido durfte sich dem bunten Ding an der Bande zuwenden. Aus dem Galopp wollte ich heute noch nicht springen, aber ein Hüpfer aus dem Trab hat noch nie jemandem etwas geschadet. Nach einigen Ritzen an diesem unheimlichen Ding vorbei ritt ich dann auch endlich darauf zu. Um ihn nicht zu drängen, ließ ich die Zügel locker, damit er sich ausbalancieren konnte. Mit den Beinen machte ich trotzdem etwas Druck, um den Ponyhengst am Verweigern zu hindern. Und siehe da: Mit etwas Energie und Glück machte der Kleine mithilfe von Sprunghilfen einen ziemlich zu groß geratenen, verdatteren Satz über das Ding und Schnaubte und Pustete. Ganz doll würde er von mir gelobt, woraufhin er auf sich selbst stolz war, auch wenn er nicht wusste für was. In der nächsten Ecke gab ich dann Galopphilfen, Calido galoppierte an, wir galoppierten eine halbe Runde und dann parriere ich auch schon wieder durch. Anschließend ritt ich ihn etwas trocken und ließ ihn, nachdem er sein Hagebuttezeug gefressen hatte, auf die Koppel zurück.
13.09.2020 - 07:50
Anfang des richtigen Trainings mit Amystia
Nach zwei Koppelwochen ging es heute bei Calido mit dem Ernst des Ponylebens los, und zwar mit der ersten Vorbereitungsphase auf erste Dressuraufgaben Richtung E, was benötigt wird um später Springen reiten zu können. Heute würde ich mit dem braven Ponyhengst an Biegung, Stellung und Bahnfiguren arbeiten. Also ging ich das Schatzi von der Koppel holen, verpasste ihm einen liebevollen Klapser auf den Hals und nahm den braven Ponyhengst mit in den Stall. Dort putzte, sattelte und trenste ich ihn, brachte ihn auf den Reitplatz und wärmte ihn vorsichtig im Schritt mit ein paar Zirkel auf. Die Zirkel waren echt nicht schlecht, also übte ich einfache Schlangenlinien. Einfache Schlangenlinien schienen ihm nicht zu schwer zu fallen, und so trabte ich ihn an und machte alles wieder im Trab. Im Trab geriet alles noch etwas eckig, aber nicht zu schlimm. Anschließend übte ich noch Schritt-Trab Übergänge, die wirklich toll waren und die Calido supersauber ausführte. Mit einem aus dem Zirkel wechseln tat sich der Hengst schwer, aber nach einigen Wiederholungen klappte es immer besser. Durchpariert im Schritt ritten wir zusammen die erste Volte im Leben von Calido, die dafür gar nicht schlecht war. Dann folgten ein paar aus der Ecke kehrt. Als Abschluss des Trainings galoppierten wir noch einmal, der Galopp war gemütlich und entspannt, sodass ich sogar auf dem Zirkel mit ihm galoppieren konnte, ohne Schwierigkeiten zu bekommen. So beendeten wir das Training, der Ponyhengst bekam sein Futter und Schmuseeinheiten, die er mit einem Grummeln quittierte,danach ging es zurück auf die Koppel.
25.09.2020 - 07:40
Wir nehmen eine Reitstunde mit Amystia
Die letzten Tage wurde fleißig auf dieses Ereignis higearbeitet, denn heute würde ich mich den Augen meiner größten Kritikern stellen müssen - meiner Mutter! Ich war sowieso schon sehr aufgeregt, allerdings wohl laut Calido noch nicht genug. Ein Schreck am Morgen vertreibt wohl laut ihm Kummer und Sorgen und so beschloss er, heute mal wie tot auf der Koppel zu bleiben und nicht das geringste Lebenszeichen von sich zu geben, bis ich zu ihm kam. Dann erbarmte der Ponyhengst sich und stand auf und ich, die für nichts geweint hatte, fühlte sich wie der letzte Depp. Dafür ging er dann vorbildlich mit und ließ sich extra gründlich putzen. Punkt 9 war ich dann auch mal fertig, als das Auto vorfuhr. Meine Ma, so lieb wie immer, inzpizierte erst einmal alle Ponystuten, lobte den Körperbau von Amira oder kritisierte den Typ von Faible. Als letztes kam sie zu Calido, bei dem sie mir heute helfen sollte. Über den verlor meine Mutter kein schlechtes Wort und lobte ihn in den Himmel, was der Hengst sich natürlich gefallen ließ. Zusammen gingen wir auf den Reitplatz, vorbei an der halbfertigen Führanlage. Ich stieg auf, Calido blieb brav stehen und wir konnten los. Im Schritt hatte meine Ma erstaunlich wenig zu meckern, jeglich meine armen Beine waren in der Dauerkritik, mal waren meine Knie nicht richtig zu, dann war mein Unterschenkel zu viel dran Un deine Fersen machten eh was sie wollten. Ich war so aufgeregt, dass ich alle Grundlagen vergaß, aber nach zehn Minuten Dauerkommando war sie dann so weit zufrieden, dass ich antraben durfte. Mein Ponyhengst zeigte sich heute von der allerbesten Seite, kaute schön und gab nach und auf einmal waren Zirkel, Handwechsel, Volten und Tempowechsel gar kein Problem mehr. Ich lächelte über das Lob meiner Mama für den vierjährigen Hengst und streichelte diesen im Schritt sanft. Da ich eine erfahrene Trainerin an meiner Seite hatte, traute ich mich auch zum ersten Mal Schenkelweiche und Schulter Vor zu reiten. Das Ganze sah noch sehr holprig und unkoordiniert aus, jedoch konnte Calido durch seine Biegung und Stellung und Lernbereitschaft meine Ma überzeugen. Als letzten Tagespunkt stand der Galopp auf dem Zirkel an, dabei war die Linke Hand deutlich besser als die rechte, was mich überraschte. Aber alles, ohne Ausnahme heute, war perfekt gewesen, nur weil meine Ma in der Mitte gestanden hat und uns Beiden Sicherheit und Tipps gab. Ich war ihr so dankbar, dass ich sie nach der Reitstunde gleich in den Arm nahm und küsste, etwas was ich nie oft genug machen konnte.
14.10.2020-13:28 Uhr
Turnier mit Ally
Endlich wieder ein Turnier und heute musste ich mich darum kümmern, dass der freche Ponyhengst fertig war um am Turnier eine Best-Leistung abzuliefern. Nachdem ich ihn von der Koppel genommen hatte, schlenderten wir gemütlich zum Putzplatz, wo ich dann anfing den Hengst zu putzen. Dies tat ich sehr ausführlich, da ich mit meinen Gedanken weit weg war. Ich dachte etwas an die vergangen Zeiten, meine Kindheit und ähnliches. Leise schlich sich eine kleine Träne in meinen Augenwinkel, die ich aber erst bemerkte, als sie langsam meine Wange herunterrollte. Schnell wischte ich sie weg,für so etwas hatte ich keine Zeit, schnell kämpfte ich mich wieder in die Realität zurück. Calido, der gemerkt hatte das etwas nicht stimmte drehte sich besorgt zu mir und schnaubte beunruhigt. Ich zwang mich zu einem Lächeln, Strich dem Hengst beruhigend über den Hals und machte ihn abfahrt bereit. Fast war ich glücklich, dass Amy heute in der Stadt unterwegs war, sie sollte mich nicht so sehen, diese Seite von mir zeigte ich kaum und schon gar nicht meiner Schwester, da ich sie damit nicht belasten wollte.
Nachdem alle Pferde fertig waren lud ich sie in die Anhänger und auch Amy kam endlich an. Zusammen fuhren wir zum Turnierort, wo der Trubel begann...
16.10.2020-10:47 Uhr
Reittraining mit Ally
Heute kümmerte ich mich wieder um Calido und ich freute mich echt, dass ich nach dem Training mit Prinz Caspian wieder reiten konnte. Mit Strick und Halfter bewaffnet kam ich an der Weide an und fing Calido ein, da dieser kein Drama mehr aus dem ganzen machte war alles relativ entspannt. Fröhlich und energiegeladen zugleich kam der Hengst mit zum Putzplatz und heiliger Strohsack, stehen war heute auch nicht gerade seine Stärke. Nach einem nicht gerade sehr entspannenden Putzen, sattelte ich Calido und trenste ihn auf, danach machten wir uns auf den Weg zum Reitplatz, wo ich direkt aufstieg. Das Training begannen wir mit einem ordentlichen Warmreiten, da es immer kälter wurde und ich gerade nicht in der Stimmung war, dass sich ein Pferd noch irgendetwas zerrte. Im Schritt und Trab ritt ich viele Zirkel, die mit jeder Wiederholung immer runder wurden, und Volten. Außerdem kamen auch andere Hufschlag Figuren und Wechsel zum Einsatz, welche Calido aber relativ schnell passabel meistern konnte. Im Trab schaute zwar die Welt immer anders aus, doch heute klappte auch in dieser Gangart alles souverän,egal ob Aussitzen oder Leichttraben. Dann kam die Galoppphase des Trainings (Galoppphase -ein Wort mit 3 mal P drin, cool!) sauber galoppierten wir in der Ecke an und ritten zuerst eine ganze Bahn, bevor wir zu den Zirkel kamen, die heute erstaunlich rund waren - auf beiden Händen. Zum Schluss ließ ich Calido noch einmal auf der ganzen Bahn in ersten Hufschlag Traben und setzte mich in den Leichten Sitz (ich glaube das nennt man auch Jagdsitz). Zuerst wirkte das Pony etwas verwirrt, doch schnell gewöhnte es sich an die neue Gewichtsverteilung und trabte weiter. Nach zwei Runden in jede Richtung ließ ich das Training mit etwas Steigbügellosem Reiten im Schritt ausklingen, wofür ich die Steigbügel über den Sattel legte. Dann stieg ich ab und brachte Calido, nachdem er etwas gegessen hatte zur Koppel zurück.
24.10.2020
Parcoursspringen mit Amystia
Nun ja, eventuell hatte ich heute beschlossen, dass Calido bereit war, Parcours zu springen. Jetzt natürlich nicht gleich einen schweren Parcours, ich baute nur 4 Sprünge und zwei Galoppstangen auf. In den vergangenen Tagen hatten wir beide schon viel Springen geübt, genauso wie Galoppieren. Calido ging ganz gut von der Koppel mit und genoss das Putzen und Satteln in vollen Zügen. Gelegentlich gab er mal einen Brummer von sich, wenn ihm die Augen fast zufielen. Zusammen gingen wir auf den Reitplatz, wo das bunte Durcheinander uns schon erwartete.
Ich ritt Calido etwas warm, um seine Stimmung zu testen. Er war extrem gut drauf und sprang, als ich ihm Galopphilfen gab, sofort an. Die Galoppstangen waren ein Klacks, die kannte unser Ponyhengst ja schon längst. Mit rhythmischen, weichen Galoppsprüngen ritten wir das erste Kreuz an, was in der Mitte ca 30cm hätte. Calido sprang es, ohne mit der Wimper zu zucken. Ich konnte kaum glauben, dass ich auf einem Junghengste saß und nicht auf einem erfahrenen Turnierwallach. Mit einem schönen Bogen ging es über einen Steilsprung mit stolzen 60cm. Die Höhe spielte keine Rolle für meinen Kleinen, der würde vermutlich auch Hochhäuser überspringen. Dieses Pony hat ein Springvermögen, ein Traum. Wie er diesen Sprung nahm und danach vor Freude und Spaß einmal buckelte, einfach herrlich. Leichtfüßig nahm er auch das nächste Kreuz und die einseitig hochgelegte Stange, als hätte er das schon hundert mal gemacht. Als ich ihn durchparierte, um ihn zu loben, schnaubte der Hengst bloß. Als wollte er fragen, ob das jetzt im Ernst schon alles war, stubste er mich am Fuß an und schaute zu den Hindernissen. Lachend und fehlerfrei sprang ich das Ganze noch einmal mit ihm und ließ ihn anschließend noch etwas Galoppieren, damit er sich auspowern konnte. Nach etwa einer Stunde Training hatte er dann auch mal genug und ging sich Wälzen. Selbstverständlich musste der Kleine auch ausprobieren, wie fest die Stangen in der Halterung lagen und baute den Parcours einmal ab. Nun ja, diese Arbeit hatte ich mir dann gespart.
07.11.2020 - 10:00
Routinetraining mit Amystia
Die letzten zwei Wochen waren anstrengend gewesen für mich und Calido. Zum einen hat der kleine Herr nicht jeden Tag umbedingt die größte Motivation gehabt, zum anderen war das Training ziemlich gleich. Der Kleine muss Routine bekommen, beim Springen wie in der Dressur. Und auch heute beschäftigten wir uns wieder mit Stangen und Dressur. Zunächst machte ich Calido aber fertig. Der Hengst wartete schon am Koppelzaun auf mich und kam ganz gut mit. Am Putzplatz machte ich das Pony schick und nahm ihn mit in die Halle, wo bereits alles aufgebaut war. Zum Aufwärmen ritten wir einige große Hufschlagfiguren wie Zirkel, anschließend noch Schritt-Steh Übergänge. Stehen kann Calido ganz gut, außer man gurtet nach. Dann läuft der Herr auch mal vorwärts und bringt mich in leichte Schwierigkeiten. Nach dem Aufwärmen ging es im Trab über einseitig hochgelegte Bodenstangen. Als Calido freiwillig in den Galopp fiel, ließ ich ihn erst mal Galoppieren. Vor Freude buckelte er unter mir, machte ein paar Sprünge und hüpfte rum wie ein Reh. Das Problem am Ganzen war, dass er vergaß, dass er einen Reiter obendrauf hatte. Irgendwann verlor ich leider einen Steigbügel und als dann Calido beschloss, noch über ein Hindernis zu springen, den zweiten. Leider knackte in dem Moment das Holz der Reithalle, der Hengst erschrak sich, sprang gefühlte zwei Meter zur Seite und ich lag lachend im Sand. Autsch... Mein Po hat das Missgeschick zum Glück gut abgefedert und Calido kam natürlich auch gleich schauen, was mir passiert ist. Das würde einen blauen Fleck geben, aber möglichst unbeeindruckt saß ich wieder auf. Diesmal benahm sich der Kleine wieder und besann sich. So ist es halt, wenn man Jungpferde hat, da muss man halt den ein oder anderen Sturz mitmachen...
10.11.2020-10:46 Uhr
Spielstunde mit dem "einzigen Herr im Stall" mit Ally
Heute wartete auf die beiden Herren eine ganz besondere Überraschung. Ich dachte, dass vor allem Caspian nach dem Ereignis von vor drei Tagen vielleicht lieber etwas Entspannung haben möchte, als zu trainieren. Calido hingegen braucht auch mal eine Auszeit von dem Training À La Amy. Also lag es nahe, dass ich die beiden "einzigen Herren im Stall" mal miteinander vertraut mache... Hoffentlich geht es nicht schief. Zuerst ging ich zu Calido auf die Koppel und nahm ihn mit zum Putzplatz. Der Hengst geht meistens brav mit und so auch heute. Nachdem ich ihn gestriegelt hatte und ihm einen Kappzaum angezogen hatte, ging ich unseren Prinzen holen. Caspian und Wölkchen erwarteten mich schon am Koppelzaun und begrüßten mich herzlich. Da ich heute schon ein Training mit Wolke gemacht hatte kam diesmal Cascas an die Reihe, der heute nur so vor Energie zu sprühen schien. Am Putzplatz angekommen beäugten sich die beiden Hengste erst argwöhnisch, blieben aber ruhig und "respektvoll". So weit so gut... Ich machte auch Caspian fertig und tauschte sein Stallhalfter gegen ein Fohlenhalfter aus. Nun hieß es wohl "Jetzt oder nie!". Ich schnappte mir den dösenden Calido und den energiegeladenen Caspian und ging mit beiden in die Halle. Dort machte ich die Stricke ab und trat gespannt zurück. Was wohl jetzt passieren wird?
Ehrlich gesagt passierte erst einmal eine Zeit lang nichts. Die beiden schauten sich mehr als verdutzt an und ich musste alles in meiner Macht stehende tun um nicht laut los zu lachen. Caspian blinzelte ein paar mal und schaute dann hilflos und verwirrt zu mir rüber. Auch Calido starrte mich an, doch beide trauten sich nicht sich zu bewegen. Lächelnd ging ich wieder zu den Hengsten und schnappte beide am Halfter. Prinz Caspian sollte einfach nur stehen bleiben und Calido führte ich am Halfter zu dem Junghengst, der ihn immer noch ängstlich anstarrte. Dieser Blick schien wohl in gewisser Weise das Herz von Calido zu öffnen, denn der stupste den Angsthasen sanft an und löste damit in gewisserweise Cascas Schreckstarre. Langsam entspannten sich beide Hengste und sie fingen sogar an zu spielen. Erst ganz langsam und vorsichtig ,doch sie ließen ihre Starrheit immer mehr gehen und am Ende sausten sie durch die Halle ohne Rücksicht auf mich zu nehmen.
Nach langer, LANGER Zeit waren die beiden Energiebündel müde und ich konnte sie füttern und auf ihre Koppeln zurück bringen. Bei Calido blieb ich noch ein paar Minuten und kuschelte mit dem müden Hengst. Allerdings schlief er dabei auf meinen Beinen ein. Leise schlummerte er eine halbe Stunde, in der ich ihn sanft streichelte und seine Mähne flocht. Als er wieder aufwachte verabschiedeten wir uns und ich ging noch kurz zu den beiden Fohlen, die wieder zusammen unter dem Baum auf ihrer Koppel lagen.
15.11.2020- 16:55 Uhr
Über Stangen und Tempowechsel mit Ally
Heute Nachmittag schnappte ich mir Calido von der Koppel und brachte ihn zum Putzplatz. Brav ging er mit und ließ sich ohne Probleme zum Reiten fertig machen. So kam es dann, dass ich bevor ich mit Calido in die Halle ging , alleine einige Trabstangen in der Hallenmitte verteilte ,denn das würde das heutige Training sein, Stangen ,aber auch Tempowechsel. Nachdem ich auch den kleinen Hengst in der Halle hatte, stieg ich auf und wir ritten erst einmal im Schritt einige Bahnfiguren. Kurze Zeit später trabten wir dann und auch hier wärmten wir uns zuerst auf. Dann ging es über die Stangen und Calido stolperte einige male, bis er seinen Rhythmus gefunden hatte. Von Versuch zu Versuch wurde es immer besser und ich lobte den Hengst immer wieder für die fehlerfreien Durchläufe. Damit das Training nicht ganz einfältig blieb längte ich Calido wieder zurück auf den ersten Hufschlag und gab ihm Galopphilfen. Nach der zweiten Ecke reagierte der Hengst zu fiel in einen wunderbaren Galopp. Nach zwei Runden parrierte ich den Hengst und wechselte die Hand. Wieder gab ich Galopphilfen und auch diesmal galoppierte der Hengst kurze Zeit später an. Ich lobte Calido und ritt zum Abschluss des Trainings noch Schritt-Trab Tempowechsel. Dann bekam der Hengst nur noch sein Futter und durfte wieder auf seine Koppel.
22.11.2020-10:07 Uhr
Kleiner Ausflug mit Ally
Heute gab es wieder eine kleine Überraschung für unsere beiden Hengste. Zusammen durften sie mit mir ins Gelände. Calido wird mich als Reiterin haben und Caspian wir mein Handpferd. Zuerst nahm ich wie immer das ältere Pferd, also Calido von der Koppel. Er kam brav mit und benahm sich. Das Putzen war heute auch kein Problem. Ich konnte nur hoffen, dass das Wetter durchhält und wir trocken heimkommen. Als nächstes nahm ich Caspian von der Koppel und Knuddelte noch einmal Wolke, die uns zum Abschied zu wieherte. Nachdem sich die beiden Hengste herzlich begrüßt hatten konnte ich Caspian am Putzplatz anbinden und ihn putzen. Auch heute gab sich der kleine Hengst aller größte Mühe ,dass er nicht beim Hufe auskratzen umkippt. Danach trenste ich Calido uns sattelte ihn, auch Caspian bekam sein anderes Halfter an. Als ich auf gestiegen war nahm ich den Strick von Cascas in die Hand und dann konnte es endlich losgehen. Zuerst ritten wir ein Stück an der Straße, wo uns ab und an Autos entgegen kamen. Caspian war entspannt und genoss genauso wie Calido die kühle Novemberluft. Nach einiger Zeit bogen wir nach rechts ein und ritten durch eine noch etwas vom Tau nasse Wiese. Die Blumen die hier noch im Sommer gestanden hatten waren schon längst verblüht und doch hatte diese Wiese etwas magisches an sich, so wie wir darüber ritten hörten wir ab und an noch einige Vögel singen und ein kleines Eichhörnchen flitzte vor uns über das Gras. Es war einfach nur Wunderschön und an einer trockenen Wiesenstelle ließ ich meine beiden Begleiter grasen, während ich noch die Aussicht genoss. Langsam durchquerten wir einen kahlen Laubwald, in dem uns dauerhaft das Rascheln der kahlen Äste begleitete. Am Ende des Waldes standen wie Wächter ein paar grün strahlende Fichten, die hoch in den Himmel ragten. Nach einer weitern Wiesenstrecke kamen wir leider schon wieder am Gestüt an, wo ich meine Gefährten abtrocknete und fütterte. Dann entließ ich sie auf die beiden Koppeln und mir selbst und Amy kochte ich eine Tasse Kakao